Niedersachsen braucht mehr Ökolandbau – Neustadt hat große Potentiale

Bioprodukte werden erfreulich gut verkauft, doch die Produktion in Deutschland reicht nicht aus. Einen funktionierenden Betrieb besuchten die Grünen in Großenheidorn. Mit Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer sahen sie, wie der Biohof Peters arbeitet.

Knuth Peters hat Rinder der alten Rasse Altdeutsche Rotbunte auf seinen Wiesen im Naturschutzgebiet stehen. Er sorgt für kurze Wege, indem er auf eigenem Grund schlachtet. Peters arbeitet seit zehn Jahren mit Joachim Battermann in einer Bio-Betriebsgemeinschaft zusammen.

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Aktuell ist ein starker Zuwachs an Umstellungsbetrieben in Niedersachsen zu verzeichnen, da auch im Zuge der Milchpreiskrise jetzt viele konventionelle Betriebe auf Bio umsatteln wollen. 2015 waren es ca. 1.000 ha in Umstellung und vermutlich 4.000 ha in 2016. Ohnehin übersteigt die Verbrauchernachfrage nach Bioprodukten zunehmend die Menge der Inlandsproduktion. Die Folge ist ein erhöhter Import von Bioprodukten aus dem Ausland, deren Qualität schwieriger zu kontrollieren ist.

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Christian Meyer sieht Bewegung bei den Supermärkten in Sachen regionaleVermarktung. Peters ist da sehr skeptisch – „Supermärkte sind der Tod der Bauern“, sagt er überspitzt. Er wünscht sich auch etwas weniger Kontrolldruck seitens des Landes. Meyer will weiterhin „vor allem da kontrollieren, wo es wirklich wichtig ist“. Zudem sei Landwirtschaft vor allem EU- und Bundessache. Das Land kann nur in den Nischen für mehr naturverträglichen Landbau steuern eingreifen.

„Neustadt hat so viel landwirtschaftliche Fläche, aber kaum ökologisch arbeitende Landwirte“, bedauern die Grünen. „Es gibt also große Potentiale für den Biolandbau, erst recht, weil konventionelle Bauern finanziell unter Druck stehen.“ Mit den zufriedenen Landwirten vom Biohof Peters im Rücken empfiehlt der Landwirtschaftsminister allen noch konventionell arbeitenden Landwirten, ernsthaft eine Umstellung auf Bio zu prüfen.

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Derzeit werden die Bio-Förderprämie sowie die Umstellungsprämie je Hektar in Niedersachsen noch einmal deutlich erhöht, um weitere Anreize dafür zu schaffen. In der Umstellungsphase erfolgt eine umfassende Umstellungsberatung u. a. durch das Kompetenzzentrum Ökoland Niedersachsen in Visselhövede.

In Neustadt setzen sich die Grünen für regionale Vermarktung und den Bauernmarkt und haben den Anstoß zu einem Bioladen in Neustadt gegeben.

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