Bild: Ute Lamla

Grüne diskutieren neue Bau- und Wohnformen mit Hans Mönninghoff

Volles Haus im großen Saal des Ratskellers. Bei der öffentlichen Ortsversammlung am 20. November 2019 begrüßte der Ortsverband der Grünen den ehemaligen Wirtschafts- und Umweltdezernenten der Stadt Hannover, Hans Mönninghoff.
Er berichtete über das Ecovillage-Projekt in Hannover – Kronsberg, das es sich zum Ziel gemacht hat, auf kleinem Raum ein Stadtquartier im Sinne des Leitmotivs der Genügsamkeit (Suffizienz) zu bauen – ein Ökodorf unter den Bedingungen der Großstadt für rund 850 Menschen. Die Bewohner nutzen dabei nur wenig individuellen Wohnraum und teilen sich viele gemeinschaftliche Räume.
Viele Neustädter zeigten sich interessiert an dem Thema und diskutierten im Anschluss, ob auch ihre Stadt etwas von diesem Projekt lernen kann. Schnell wurden die großen Unterschiede zwischen dem städtischen und dem ländlich geprägten Raum deutlich. Würde so ein Projekt in Neustadt also ebenfalls angenommen? Einige zentrale Erfolgsfaktoren für ökologisches Bauen und Wohnen sind auch in Neustadt zu bedenken: Mönninghoff betonte, es brauche geeignete und günstige Grundstücke mit einer guten Anbindung an den ÖPNV. Außerdem profitierten neue Projekte davon, wenn sie durch eine Initiative aus der Bevölkerung heraus entstehen, sich aber auch auf die Unterstützung von Rat und Verwaltung verlassen können.
In der Diskussion wurde außerdem benannt, dass es vor allem in den Ortsteilen viele Leerstände sowie sehr große Immobilien gebe, die von älteren Einzelpersonen oder Paaren bewohnt würden. Sie fühlten sich häufig überfordert mit der Pflege und Instandhaltung ihrer großen Häuser und Gärten. Ein gutes Wohnraumangebot für die Bedarfe älterer Menschen in ihrem vertrauten Ort vor Ort  könnte Anreiz sein, diese großen Häuser an junge Familien zu vermieten oder verkaufen. So könnte der weiteren Zersiedelung des Neustädter Landes mit Neubaugebieten entgegengewirkt werden. Ortsratsmitglieder wurden aufgefordert, solche Ideen in ihrer Nachbarschaft zu diskutieren. Hierfür wurde eine aktivere Rolle der Stadt bei den B-Plan-Vorgaben gefordert.
Wie sollen ressourcenschonende, ökologische und sozial verantwortungsvolle Bebauungspläne aus grüner Sicht in Zukunft aussehen? Mit dieser Frage will sich der grüne Ortsverband in nächster Zeit intensiver beschäftigen. Dazu Ideen und Vorschläge einzubringen, sind alle Neustädter Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

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