Geplante Buslinienstreichungen von Regiobus: Grüne für kreativere Lösungen

Mit besseren Streckenangeboten, schnelleren und komfortableren Buslinien und mehr Verbindungen zu angrenzenden Regionen wie Schwarmstedt oder Garbsen kann Regiobus attraktiver werden. Durch eine bessere Zusammenarbeit mit der Üstra Hannover würde das Busunternehmen eine höhere Wirtschaftlichkeit erreichen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Diskussion der Neustädter Grünen zu den umstrittenen geplanten Buslinienstreichungen im Neustädter Land.

Als vergleichsweise einfallslos kritisierten Mitglieder und Gäste am 31. Januar die vielen geplanten Linienstreichungen insbesondere im Norden, Westen und Osten des Neustädter Landes. Stattdessen könnten neue Regiobus-Verbindungen zum Beispiel von Helstorf in Richtung Schwarmstedt und zum S-Bahnhof Bennemühlen für Bürgerinnen und Bürger attraktiver sein. Auch bessere Anbindungen von Otternhagen und seinen Nachbardörfern an die künftige Universitätsstadt Garbsen seien sinnvoll, da Garbsen seine Verkehrsverbindungen nach Hannover ausbaue.

Anstelle von einzelnen kaum genutzten Buslinien halten die Grünen Rufbus-Angebote oder ein neues EDV-gestütztes Fahrgast-Sammelsystem für On-demand-Busse für zukunftsweisend, das Volkswagen gerade in Städten wie Hannover mit seinem Projekt MOIA testet.

„Wirtschaftlicher kann Regiobus werden, wenn das Unternehmen in der Verwaltung und bei der Unterhaltung von Betriebshöfen mehr mit der Üstra in Hannover zusammenarbeitet“, zeigte sich Evrim Camuz, radverkehrspolitische Sprecherin der grünen Regionsfraktion, überzeugt. Eine Fusion der beiden öffentlich-rechtlichen Verkehrsbetriebe komme allerdings rechtlich nicht infrage, da Regiobus als GmbH und die Üstra als Aktiengesellschaft aufgestellt seien.

Ansonsten plädierten Camuz, die verkehrspolitische Sprecherin der grünen Regionsfraktion, Swantje Michaelsen, und viele Grüne dafür, Regiobus durch organisatorische Umstrukturierungen, einige gezielte Einsparungen und attraktivere Linienangebote so aufzustellen, dass das öffentlich-rechtliche Unternehmen den Zuschlag für die Nahverkehrsversorgung bis 2030 erhält. Dafür müsste das Unternehmen einen Kostendeckungsgrad von 50 Prozent erreichen. 2016 erzielte Regiobus nur einen Kostendeckung von 40 Prozent und musste mit 34 Millionen Euro von der Region subventioniert werden.

Würden private Busunternehmen dagegen die Ausschreibung gewinnen, so die Grünen, gefährde dies die Weiterentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Region. Privatisierungen hätten in der Regel mittelfristig negative Auswirkungen für Beschäftigte und die Bevölkerung.

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