Frauen an Ratshausplanung beteiligen: Machen nur Männer Monumente?

Verwundert hat die Frauengruppe der Neustädter Grünen auf die von Männern dominierte Besetzung des Begleitgremiums zur Ratshausplanung reagiert. Sie fordert, mindestens zwei Frauen nachzunominieren und nach Möglichkeit eine renommierte Architektin mit der Bauplanung zu betrauen.

Ute Lamla und Dr. Katrin Schuh„Keine einzige Frau findet sich in diesem paritätisch mit Vertretern der Parteien, Experten und gewählten Bürgern besetzten Gremium“, bemängeln Vize-Bürgermeisterin Ute Lamla, Dr. Katrin Schuh und Jane Stebner-Schuhknecht. „Daher sollte der Stadtrat mindestens zwei Frauen für das Gremium nachnominieren“, fordert Ratsfrau Lamla. An eine renommierte Architektin könne auch der Planungsauftrag für den Bau gehen.

Alle sollen sich mit dem neuen Bauwerk und dem Konzept für die Innenstadt identifizieren können, ergab der mit Herzblut und Kompetenz lange vorbereitete Ratsbeschluss. „Großartig! Doch wie konnte es passieren, dass Frauen im Begleitgremium fehlen? Wurde die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt dazu nicht angehört?“, fragt sich Architektin Dr. Schuh. Dabei sei die Sichtweise von Frauen bei der Planung dieses bedeutsamen Projektes unerlässlich: „Insofern ist für die entstandene Situation ein Ausgleich erforderlich, eine Anerkennung weiblicher Kompetenz auch beim Bauen, die sich aktuell beispielsweise beim Neubau der Mehrzweckhalle des BBS durch die Architektin Maria Pfitzner, die regionalen und internationalen Projekte der Husumer Architektin Karin Indra Hoffmann und anderen Frauen zeigt.“

Der Stadtrat soll als hohes Haus gemeinsam mit der Verwaltung in den oberen Stockwerken eines hohen Gebäudes arbeiten, das seine Ausstrahlung weit über das Neustädter Land hinaus entfalten werde. Hohe Häuser seien bekanntlich eine Domäne von Männern wie Mies van der Rohe, Le Corbusier oder Louis Sullivan, die das Hochhaus erfunden haben. Beispiele finden sich u. a. in New York, Chicago und Frankfurt/Main. So werde verständlich, dass sich auch Neustädter Männer für ein solches Projekt begeistern könnten und „mitbauen“ wollten.

Auch anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März verweisen die grünen Frauen auf die heute notwendige und selbstverständliche Anerkennung der Kompetenz und der Sichtweisen von Frauen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Foto: Architektin Dr. Katrin Schuh (rechts) mit Vize-Bürgermeisterin Ute Lamla.

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